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Anbieter für digitale Kassenbelege wechseln: So gelingt die Migration ohne Datenverlust

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Sameera Andrea

Ihr Anbieter für digitale Kassenbelege hat den Betrieb eingestellt. Oder er liefert seit Monaten nicht das, was Sie brauchen, und Sie haben sich endgültig zum Wechsel entschieden. Oder Sie sind schlicht über die Möglichkeiten der Plattform hinausgewachsen, und die Funktionen, die Sie immer wieder angefragt haben, kommen einfach nicht. Ob Sie Warrify-Kunde sind oder einen geplanten Umstieg vorbereiten: Die Frage ist dieselbe. Wie wechseln Sie Ihren Kassenbon-Anbieter, ohne Kundendaten zu verlieren, Ihre POS-Integration zu gefährden oder das Bon-Erlebnis zu stören, das Ihre Kunden bereits kennen?

Die Angst vor der digitalen Kassenbon-Migration hält Einzelhändler viel zu lange auf leistungsschwachen Plattformen fest. Anbieter profitieren davon: Je undurchsichtiger der Wechselprozess erscheint, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Sie tatsächlich gehen. Aber so sehen die realen Zeitrahmen aus.

„Die Migration dauert Monate“: Eine österreichische Apothekenkette hat einen vollständigen Plattformwechsel in sechs Wochen abgeschlossen, mitten in der Weihnachtszeit. „Wir verlieren unsere Daten“: Die DSGVO gibt Ihnen ein Recht auf Datenportabilität, und die 48-Stunden-Regel schützt Sie, wenn Sie schnell handeln. „Die POS-Integration wird ein Albtraum“: Vorgefertigte Konnektoren oder ein druckerbasierter Ansatz, der Daten direkt aus dem bestehenden Bondruck abgreift, sorgen dafür, dass das Kassensystem selten der eigentliche Engpass ist.

Das hier ist der Woche-für-Woche-Fahrplan, entstanden aus realen Migrationsprojekten für Einzelhändler in ganz Europa. Er deckt Datenexport, POS-Integration, Kundenkommunikation und Go-Live ab. Ob Sie einen Wechsel planen oder Ihr Anbieter bereits ausgefallen ist und Sie jetzt handeln müssen: Das ist Ihr operativer Fahrplan.

Wenn Sie noch evaluieren, zu welchem Anbieter Sie wechseln wollen, starten Sie mit unserem Evaluierungsleitfaden. Dieser Blog setzt dort an, wo jener aufhört.

Was tun, wenn Ihr Kassenbon-Anbieter den Betrieb eingestellt hat

Sobald Sie erfahren, dass Ihr Anbieter den Betrieb einstellt, oder es auch nur vermuten, gilt die 48-Stunden-Regel: Exportieren Sie sofort alles. Warten Sie nicht auf die offizielle Mitteilung. Warten Sie nicht auf die E-Mail mit dem „Übergangsplan“. Wenn der Anbieter in die Insolvenz geht, übernimmt ein Insolvenzverwalter die Kontrolle über die Infrastruktur, und Ihr Dashboard zugänglich zu halten steht nicht auf seiner Prioritätenliste.

Im Dezember 2025 meldete der österreichische Anbieter für digitale Kassenbelege Warrify Insolvenz an. Eine Fortführung des Geschäftsbetriebs war zum Zeitpunkt der Anmeldung nicht geplant. Wenn Sie einer der betroffenen Einzelhändler sind, gilt der nachfolgende Migrationsfahrplan direkt für Ihre Situation.

Folgende Daten müssen Sie sichern, bevor Ihr Zugang geschlossen wird:

  • Kundenkontaktdaten und Opt-in-/Einwilligungsnachweis (entscheidend für die DSGVO-Konformität)
  • Historische Transaktionsdaten, einschliesslich Kaufhistorien und Bon-Inhalte
  • Konfigurationen der Bon-Vorlagen und Branding-Assets
  • API-Zugangsdaten und Integrationsdokumentation
  • Alle Analyse- und Reportingdaten, auf die Sie für laufende Kampagnen angewiesen sind

Was „Einstellung des Betriebs“ konkret für Ihre bereits ausgestellten Belege bedeutet, hängt davon ab, wie sie zugestellt wurden. Belege, die als PDF versendet oder direkt auf dem Gerät des Kunden gespeichert wurden, bleiben erhalten. Aber wenn Ihre Belege auf der Infrastruktur des Anbieters gehostet waren, in einem Webportal oder einem cloudbasierten Beleg-Viewer, können sie verschwinden, sobald die Server abgeschaltet werden. Das kommt häufiger vor, als die meisten Einzelhändler annehmen: Viele Kassenbon-Anbieter hosten Belege zentral, statt dem Kunden eine eigenständige Datei auf sein Gerät zu liefern.

Wenn Ihre Kunden darauf angewiesen sind, frühere Belege für Garantieansprüche oder Retouren abzurufen, kommunizieren Sie proaktiv. Informieren Sie darüber, dass historische Belege des vorherigen Anbieters möglicherweise nicht mehr verfügbar sind und dass Ihr neues System alle zukünftigen Einkäufe abdeckt. Kommunizieren Sie es als Upgrade, nicht als Verlust.

Der Instinkt in einer Shutdown-Situation ist, erst einmal abzuwarten. Widerstehen Sie dem. Die Einzelhändler, die in solchen Situationen am schnellsten vorankommen, behandeln die ersten 48 Stunden als Datensicherungs-Sprint, nicht als Entscheidungsphase. Eine österreichische Apothekenkette hat unter vergleichbarem Zeitdruck den kompletten Wechsel von einem ausgefallenen Anbieter zu einer voll funktionsfähigen neuen Plattform in sechs Wochen geschafft. Der Zeitrahmen ist real. Aber er beginnt damit, zuerst die Daten zu sichern und erst danach den neuen Anbieter auszuwählen.

Der Migrationsfahrplan für digitale Kassenbelege: Woche für Woche

Das ist der Abschnitt, den Sie als Lesezeichen speichern. Er deckt den gesamten Migrationsprozess ab: vom Moment der Entscheidung zum Wechsel bis hin zu einem produktiven, voll funktionsfähigen System in allen Ihren Filialen. Der Zeitrahmen geht von einem mittelständischen Einzelhändler mit 20 bis 100 Filialen aus. Einfachere Setups gehen schneller. Komplexere POS-Landschaften können eine Woche hinzufügen. Aber das hier ist die realistische Baseline.

Vor dem Start: Pre-Migrations-Checkliste (Tag 1 bis 3)

Bevor Sie einen neuen Anbieter kontaktieren oder einen Kickoff planen, bringen Sie zunächst Ihre eigene Seite in Ordnung.

Exportieren Sie alle Daten von Ihrem aktuellen Anbieter. Wenn dieser noch in Betrieb ist, tun Sie das, bevor Sie ihm mitteilen, dass Sie wechseln. Die 48-Stunden-Regel gilt auch hier: Sobald ein Anbieter weiss, dass Sie gehen, können sich Ihre Verhandlungsposition und Ihr Zugang verändern. Sichern Sie Ihre Daten zuerst.

Dokumentieren Sie Ihren aktuellen Bon-Ablauf von Anfang bis Ende. Wie werden Belege generiert? Welche Kassensysteme sind in Ihren Filialen im Einsatz? Wie sieht das Kundenerlebnis aus: QR-Code auf einem Kunden-Display? QR-Code auf dem gedruckten Kassenbon? E-Mail-Zustellung? App-Integration? Sie brauchen ein klares Bild des Ist-Zustands, bevor Sie einen Übergang planen können.

Identifizieren Sie Ihre Stakeholder und schaffen Sie Alignment. Vier Rollen sind entscheidend: Ihr CRM- oder Marketing-Verantwortlicher (verantwortet das Kundenerlebnis), Ihr CIO oder CTO (verantwortet die technische Freigabe), Ihr Leiter Store Operations (verantwortet die Rollout-Logistik) und Ihr Rechts- oder Compliance-Verantwortlicher (verantwortet die DSGVO-Einwilligungsfrage). Bringen Sie diese vier Personen in einen Raum, oder zumindest in einen gemeinsamen Thread, bevor Sie einen neuen Anbieter einbinden. Die längste Phase der meisten Migrationen ist nicht die Technik. Es ist das interne Abstimmungsmeeting, das immer wieder verschoben wird.

Definieren Sie Ihre Erfolgskriterien. Was bedeutet „migriert“ für Ihr Unternehmen? Gleiche Funktionalität repliziert? Neue Fähigkeiten aktiviert? Eine bestimmte Timeline-Zusage? Schreiben Sie es auf. Eine Seite reicht.

Ergebnis: Ein einseitiges Migrations-Briefing, das Sie Ihrem neuen Anbieter zum Kickoff senden können.

Woche 1: Anbieterauswahl und Kickoff-Workshop

Wenn Sie noch keinen neuen Anbieter ausgewählt haben, ist das Bewertungsframework aus unserem vorherigen Leitfaden der richtige Startpunkt. Wenn Sie bereits entschieden haben, gehen Sie direkt zum Workshop.

Die schnellsten Migrationen beginnen mit einem eintägigen Workshop. Das ist eine einzelne Arbeitssession zwischen Ihrem Team und dem neuen Anbieter, die vier Workstreams parallel abdeckt.

Audit der Customer Journey. Bilden Sie das aktuelle Bon-Erlebnis aus Kundensicht ab. Was funktioniert? Was ist kaputt? Worüber haben sich Kunden beschwert? Was hat sich Ihr Team gewünscht, was das alte System nicht konnte? Dieses Audit wird zur Grundlage für die initiale Migration und die Upgrade-Roadmap nach dem Launch.

Design der Abholmethode. Wie werden Kunden ihren digitalen Kassenbon künftig erhalten? QR-Code auf einem Kunden-Display? QR-Code auf dem gedruckten Bon? E-Mail-Erfassung an der Kasse? NFC-Tap? Integration in die Loyalty-App? Das Prinzip hier heisst „Match first“: Replizieren Sie zuerst die Abholmethode, die Kunden bereits kennen, bevor Sie neue Optionen einführen. Gleichzeitig die Zustellmethode und den Anbieter zu wechseln, erzeugt unnötiges Risiko.

POS-Assessment. Welche Kassensysteme sind in Ihren Filialen im Einsatz? Hier wird der technische Pfad bestimmt. Wenn der neue Anbieter einen vorgefertigten Konnektor für Ihr Kassensystem hat, dauert die Integration Tage, nicht Wochen. Wenn Ihr Kassensystem ungewöhnlich oder ein Legacy-System ist, greift ein druckerbasierter Ansatz die Bon-Daten direkt aus dem bestehenden Bondruck ab, ohne dass Änderungen an der POS-Software nötig sind. Das funktioniert mit jedem System. Wenn Sie eine tiefere Integration mit Echtzeit-Datensynchronisation oder Loyalty-Anbindung wollen, ist mit Custom-API-Arbeit zu rechnen, in der Regel ein bis zwei Wochen.

Der entscheidende Punkt: Der neue Anbieter sollte die Integrationsarbeit übernehmen. Wenn er von Ihrem IT-Team verlangt, die Integration selbst zu bauen, ist das ein Warnsignal. Ihr IT-Team gewährt Zugang und steht für Tests bereit. Die Entwicklung ist Aufgabe des Anbieters.

Feature-Aktivierungsplan. Was konnte der alte Anbieter nicht, was der neue kann? Aktivieren Sie nicht alles am ersten Tag. Aber erstellen Sie jetzt die Roadmap: Was geht zum Launch live, was kommt in Monat zwei, was in Monat drei. Das verhindert Scope Creep während der Migration und bewahrt gleichzeitig die Upgrade-Ambitionen, die den Wechsel überhaupt motiviert haben.

Erwarten Sie von Ihrem neuen Anbieter, dass er einen dedizierten Transition Manager stellt, der alle Anforderungen aufnimmt und die Umsetzung auf Anbieterseite koordiniert. Wenn das nicht angeboten wird, managen Sie das Projekt selbst, was Wochen zur Timeline hinzufügt und Ihr Team belastet.

Ergebnis: Ein Migrationsplan-Dokument mit Zeitplan, Verantwortlichkeiten, technischen Anforderungen und phasenweisem Feature-Rollout.

Retail-Manager prüft Migrationsplan für digitale Kassenbelege auf zwei Bildschirmen im Backoffice

Woche 2 bis 3: Technische Integration und Bon-Design

Hier leistet der Anbieter die Hauptarbeit. Ihr Team liefert Inputs und Zugänge. Der Anbieter setzt um.

Die POS-Integration wird nach dem im Workshop bestimmten Ansatz durchgeführt. Wenn vorgefertigte Konnektoren existieren, kann das in wenigen Tagen abgeschlossen sein. Wenn der druckerbasierte Ansatz nötig ist, wird er gegen Ihren spezifischen Bon-Output konfiguriert und getestet. Ihr IT-Team gewährt Zugang und beteiligt sich am Testen, nicht an der Entwicklung.

Das Bon-Design läuft parallel. Das bedeutet: Konfiguration der Vorlage mit Ihrem Branding, Layout, Content-Modulen und allen Compliance-Anforderungen. Fiskalregulierungen unterscheiden sich je nach Markt: In manchen Ländern sind bestimmte Pflichttexte auf dem Bon vorgeschrieben, bestimmte Formate oder spezifische Kennzeichnungen. In Deutschland etwa ist seit der Kassenbonpflicht 2020 der Beleg bei jeder Transaktion auszuhändigen, was je nach Umsetzung zusätzliche Anforderungen an Format und Inhalt stellt. Ihr Input ist klar umrissen: Branding-Assets, gewünschte Inhaltsblöcke und alle rechtlichen Pflichtangaben für Ihre Märkte. Die Konfiguration übernimmt der Anbieter.

Das Testen ist der Punkt, an dem die meisten Teams den Aufwand unterschätzen. Testen Sie über verschiedene Filialstandorte, Gerätetypen und Sonderfälle hinweg. Splitbuchungen. Retouren. Geschenkbelege. Multi-Währungs-Transaktionen, wenn Sie grenzüberschreitend operieren. Testen Sie auf iOS und Android. Testen Sie über das langsame WLAN im Laden, das jeder Einzelhändler in mindestens einer Filiale hat. Das Ziel: jeden Sonderfall finden, bevor ein Kunde darauf stösst.

Ergebnis: Ein vollständig konfiguriertes, getestetes Bon-Erlebnis, bereit für den Pilotbetrieb.

Woche 4: Mitarbeiterschulung und Pilotstart

Die Einweisung des Filialpersonals ist in der Regel der schnellste Teil der gesamten Migration. Die Bon-Generierung läuft automatisch. Die Mitarbeitenden müssen kein neues System erlernen. Was sie wissen müssen, sind zwei Dinge: Wie sie den Wechsel einem Kunden erklären, der fragt („Wir haben unser Kassenbonsystem aktualisiert, für Sie ändert sich nichts“), und die Basics zur Fehlerbehebung („QR-Code funktioniert nicht? Prüfen Sie, ob das Display eingeschaltet ist. Kunde hat keine E-Mail bekommen? Adresse überprüfen.“). Das dauert Minuten pro Filiale, nicht Stunden.

Starten Sie Ihren Pilotbetrieb in zwei bis fünf Filialen. Wählen Sie einen bewussten Mix: eine stark frequentierte Flagship-Filiale, einen durchschnittlich performenden Standort, eine Filiale, die mit dem alten System Probleme hatte. Wenn die Migration in der Problemfiliale funktioniert, funktioniert sie überall. Lassen Sie die Pilotphase mindestens fünf Geschäftstage laufen, um eine komplette Woche an Mustern abzubilden.

Überwachen Sie während der Pilotphase drei Dinge: Scan- und Abrufquoten der Belege (nutzen die Kunden den Bon genauso wie vorher?), Kundenfragen oder Beschwerden (gibt es etwas Verwirrendes am neuen Erlebnis?) und etwaige Probleme mit der POS-Integration (Sonderfälle, die in der Testphase nicht aufgefallen sind).

Optimieren Sie auf Basis der Erkenntnisse. Passen Sie den Bon-Inhalt an, wenn das Layout nicht funktioniert. Beheben Sie Sonderfälle. Aktualisieren Sie die Mitarbeiteranleitung, wenn eine häufige Frage auftaucht. Die Pilotphase existiert, um Probleme im Kleinen zu finden, bevor Sie im grossen Massstab ausrollen.

Ergebnis: Ein validierter Pilotbetrieb mit Performance-Daten als Grundlage für den vollständigen Rollout.

Woche 5 bis 6: Vollständiger Rollout und Kundenkommunikation

Rollen Sie auf alle verbleibenden Filialen aus. Je nach Filialanzahl und POS-Einheitlichkeit kann das in Wellen (Region für Region) oder gleichzeitig geschehen. Einzelhändler mit einheitlicher POS-Landschaft über alle Standorte können oft in einem einzigen Schritt live gehen. Bei gemischten Systemlandschaften empfiehlt sich ein stufenweiser Ansatz.

Die Kundenkommunikation während der Umstellung sollte minimal und positiv sein. Die Botschaft ist „Upgrade“, niemals „unser Anbieter hat versagt.“

Für Kunden in der Filiale: ein kurzer Hinweis am Kassenbereich oder eine Info durch das Personal, falls die Änderung sichtbar ist. In den meisten Fällen ist sie es nicht. Wenn Sie dem „Match first“-Prinzip gefolgt sind, ist die Abholmethode für den Bon identisch, und die Kunden bemerken nichts.

Für Kunden, die Konten oder gespeicherte Belege auf der Plattform des alten Anbieters hatten: eine proaktive Nachricht. „Wir haben unser digitales Kassenbonsystem aktualisiert. Ihre künftigen Belege erhalten Sie über [neue Methode]. Frühere Belege, die über [alter Anbieter] gespeichert waren, sind möglicherweise nicht mehr über deren Plattform zugänglich.“ Kurz, sachlich, zukunftsgerichtet.

Zur DSGVO-Einwilligungsfrage: Wenn die Kundeneinwilligung als Einwilligung gegenüber Ihrer Marke (dem Einzelhändler) strukturiert war, überträgt sie sich auf den neuen Anbieter, weil der Verantwortliche im Sinne der DSGVO nicht gewechselt hat. Wenn die Einwilligung spezifisch an die Plattform des alten Anbieters gebunden war, müssen Sie diese möglicherweise neu einholen. Das sollte während der Compliance-Prüfung in Woche 1 mit Ihrem Rechtsteam geklärt worden sein. Verschieben Sie es nicht bis zum Rollout.

Post-Launch-Monitoring: Vergleichen Sie in den ersten zwei Wochen nach dem vollständigen Rollout die Abrufquoten mit Ihren Pilot-Benchmarks. Beheben Sie filialspezifische Probleme schnell. Die meisten werden geringfügig sein: eine Display-Platzierung, die an einem Standort nicht funktioniert, ein Mitarbeitender, der die Einweisung verpasst hat.

Ergebnis: Ein voll funktionsfähiges System für digitale Kassenbelege in allen Filialen.

Erst angleichen, dann erweitern: Warum Sie nicht alles am ersten Tag neu gestalten sollten

Der Instinkt während einer Migration ist, alles auf einmal zu reparieren. Neuer Anbieter, neues Bon-Design, neue Customer Journey, neue Funktionen. Widerstehen Sie dem.

Die schnellsten und risikoärmsten Migrationen folgen dem „Match then Upgrade“-Prinzip: Erst angleichen, dann erweitern. Zuerst replizieren Sie, was Sie hatten, damit Kunden keinerlei Unterbrechung erleben. Dann bauen Sie neue Fähigkeiten auf, sobald das Fundament stabil ist. Eine Migration und einen Komplettumbau gleichzeitig zu managen, ist der sichere Weg zu Zeitplanverschiebungen und erschöpften Teams.

Phase 1 (Go-Live): Angleichung an das bestehende Bon-Erlebnis. Gleiche Abholmethode. Gleiches grundlegendes Inhaltslayout. Kunden sollten keine Unterbrechung bemerken. Ihr Team jongliert nicht mit zwei Transformationen gleichzeitig.

Phase 2 (Woche 2 bis 4 nach Launch): Aktivierung der ersten neuen Fähigkeit. Das ist in der Regel der grösste Quick Win: Post-Purchase-Marketing direkt auf dem Bon. Coupons, Produktempfehlungen, Feedback-Prompts, Onboarding ins Treueprogramm. Die Funktionen, die der alte Anbieter nicht liefern konnte oder nicht unterstützt hat.

Phase 3 (Monat 2 bis 3): Ausbau zu tieferen Fähigkeiten. Kundensegmentierung auf Basis von Transaktionsdaten. Automatisierte Kampagnen, ausgelöst durch Kaufverhalten. Wallet-Integration. Multi-Filial-Analytics und Benchmarking.

So haben die realen Migrationen funktioniert. Puma ist von ihrem bisherigen Kassenbon-Anbieter Eyos zu refive gewechselt. Sie gingen mit angeglichener Funktionalität live und aktivierten anschliessend Customer-Engagement-Funktionen, die auf der alten Plattform nicht verfügbar waren. Die Migration hat nicht einfach das Alte ersetzt. Sie hat eine Fähigkeitsebene eröffnet, die vorher nicht möglich war.

Die österreichische Apothekenkette hat eine vollständige Migration in sechs Wochen abgeschlossen, mitten in der Weihnachtszeit. Sie wechselten von einem reinen Kassenbon-Tool zu einer Customer-Engagement-Plattform. Der Zeitplan war ambitioniert, aber erreichbar, gerade weil sie dem Erst-angleichen-Ansatz folgten: Die Belege liefen innerhalb von Wochen auf dem neuen System, und neue Funktionen wurden in Phasen nach der Stabilisierung aktiviert.

Sie ersetzen nicht ein Bon-Tool. Sie steigen auf eine Customer-Engagement-Plattform um.

Retail-Managerin überprüft Performance-Dashboard nach Migration auf digitale Kassenbon-Plattform

Was eine Migration tatsächlich ermöglicht

Die meisten Einzelhändler, die ihren Kassenbon-Anbieter wechseln, enden nicht mit demselben Leistungsumfang wie vorher. Sie enden mit deutlich mehr. Das liegt daran, dass sich der Markt für digitale Kassenbelege in zwei Kategorien aufgeteilt hat: reine Bon-Tools und Customer-Engagement-Plattformen. Wenn Ihr bisheriger Anbieter in die erste Kategorie fiel, bringt Sie die Migration in die zweite.

Was reine Bon-Tools tun: Sie erzeugen und übermitteln eine digitale Version des Papierbons. Einfaches Branding mit Ihrem Logo und Ihren Farben. Zustellung per QR-Code oder E-Mail. Bon-Speicherung für den Kunden. Das war’s. Der Bon ist ein Dokument, kein Kanal.

Was eine Customer-Engagement-Plattform tut (alles oben Genannte, plus):

Anonyme Kundenidentifikation. Kunden scannen einen QR-Code und werden zu einem erreichbaren Kontakt, ohne eine App herunterladen, ein Konto erstellen oder an der Kasse eine E-Mail-Adresse nennen zu müssen. Das adressiert die grösste Lücke im stationären Handel: Bis zu 80 % der Kunden verlassen die Filiale, ohne identifiziert zu werden. Der Bon wird zum Identifikationsmoment.

Post-Purchase-Marketing auf dem Bon. Der Beleg wird zum Kommunikationskanal. Personalisierte Produktempfehlungen, zeitlich begrenzte Coupons, Feedback-Prompts, Eventeinladungen. Die Öffnungsraten von Belegen liegen konstant bei 75 % oder höher, verglichen mit 20 bis 25 % bei Standard-E-Mail-Marketing. Sie erreichen Kunden im Moment der höchsten Markenbindung: direkt nach dem Kauf.

Loyalty-Onboarding über den Bon. Statt Kunden an der Kasse zu bitten, sich separat für ein Treueprogramm anzumelden, und damit genau die Reibung zu erzeugen, die die meisten In-Store-Anmeldeprozesse zum Scheitern bringt, wird der Bon selbst zum Onboarding-Moment. Bon scannen, Programm beitreten. Eine Aktion statt fünf.

Kundensegmentierung aus Transaktionsdaten. Jeder Bon generiert strukturierte Kaufdaten: Erstkunden vs. Wiederkäufer, durchschnittlicher Warenkorbwert, Produktkategorie-Präferenzen, Kauffrequenz. Diese Daten wurden schon immer erzeugt. Die meisten reinen Bon-Tools haben sie nur nie nutzbar gemacht.

CRM- und Marketing-Automation-Integration. Bon-Daten fliessen in Ihre bestehenden CRM- und Kampagnen-Tools, ohne manuelle Export-Import-Zyklen. Der Bon-Kanal wird Teil Ihres Marketing-Stacks, nicht ein isoliertes System daneben. Wenn ein Kunde einen Bon abruft und sich anmeldet, erscheinen die Daten in Echtzeit in Ihrem CRM, bereit für Segmentierung und Kampagnen-Targeting.

Multi-Filial-Analytics. Vergleichen Sie Bon-Abrufquoten, Kundenbindung und Kampagnen-Performance über Standorte hinweg. Identifizieren Sie, welche Filialen bei der Kundenerfassung unterperformen und warum. Benchmarken Sie Filialteams gegeneinander und erkennen Sie operative Probleme, etwa ein verstelltes Display oder einen nicht funktionierenden Abholprozess, bevor sie sich im grossen Massstab auswirken.

Wenn Ihr bisheriger Anbieter ein reines Bon-Tool war, ist die Migration kein Seitwärtsschritt. Es ist ein Kategorie-Upgrade. Und wenn Sie Ihren Anbieter bereits nach Funktionen wie diesen gefragt haben und sie nicht bekommen haben, ist das das deutlichste Signal, dass Sie über die Plattform hinausgewachsen sind, bevor sie über sich hinauswachsen konnte.

Bereit, Ihre Migration zu planen?

Wenn Sie eine Migration planen, oder Ihr Anbieter bereits ausgefallen ist und Sie schnell handeln müssen, hat refive diesen Prozess für Einzelhändler in ganz Europa durchgeführt. Wir haben Puma von ihrem bisherigen Anbieter migriert und eine österreichische Apothekenkette in sechs Wochen ongeboardet, mitten in der Weihnachtszeit. Beide starteten mit angeglichener Funktionalität und stiegen innerhalb von Monaten auf volles Customer Engagement um.

Buchen Sie ein Migrations-Assessment, und wir erstellen Ihren individuellen Zeitplan.

Zum Evaluierungsleitfaden | Zum Retailer’s Guide to Digital Receipt Software

Wie lange dauert es, den Anbieter für digitale Kassenbelege zu wechseln?

Vier bis sechs Wochen für die meisten mittelständischen Einzelhändler mit 20 bis 100 Filialen. Der Zeitrahmen hängt von der POS-Komplexität und der Anzahl der auszurollenden Filialen ab. Einzelhändler, für die vorgefertigte POS-Konnektoren verfügbar sind, können schneller wechseln. Die längste Phase ist in der Regel die Pilotphase und der Rollout, nicht die technische Integration.

Was passiert mit meinen Kundendaten, wenn ich den Kassenbon-Anbieter wechsle?

Unter der DSGVO haben Sie das Recht, Ihre Daten von jedem Anbieter zu exportieren. Fordern Sie einen vollständigen Datenexport an, einschliesslich Kundenprofile, Einwilligungsnachweise und Transaktionshistorien, sobald Sie sich zum Wechsel entschieden haben. Historische Belege, die auf der Infrastruktur des alten Anbieters gespeichert sind, sind nach der Migration möglicherweise nicht mehr zugänglich, insbesondere wenn der Anbieter den Betrieb eingestellt hat.

Kann ich von Warrify zu einem anderen Kassenbon-Anbieter migrieren?

Ja. Wenn Sie Warrify-Handelspartner waren, hängt Ihr Migrationspfad von Ihrem Kassensystem und der Art der Warrify-Integration ab. Die meisten Einzelhändler können innerhalb von vier bis sechs Wochen zu einem neuen Anbieter wechseln. Der entscheidende erste Schritt ist, Ihren Datenexport zu sichern, bevor die Systeme vollständig offline gehen.

Was passiert, wenn mein Kassenbon-Anbieter insolvent wird?

Priorisieren Sie den Datenexport sofort. Ihre Kundendaten, Einwilligungsnachweise und Transaktionshistorien sollten gesichert sein, bevor die Systeme des Anbieters abgeschaltet werden. Belege, die auf der Infrastruktur des Anbieters gehostet waren, etwa Webportale oder cloudbasierte Beleg-Viewer, können unzugänglich werden. Folgen Sie anschliessend dem Migrationsfahrplan in diesem Leitfaden.

Muss ich mein Kassensystem wechseln, um den Kassenbon-Anbieter zu wechseln?

Nein. Moderne Plattformen für digitale Kassenbelege integrieren sich über vorgefertigte Konnektoren oder einen druckerbasierten Ansatz in Ihr bestehendes Kassensystem. Der druckerbasierte Ansatz funktioniert mit jedem POS, einschliesslich Legacy-Systemen, indem er die Bon-Daten direkt aus dem bestehenden Bondruck abgreift. Ein Wechsel des Kassensystems ist nicht erforderlich.

Merken meine Kunden, wenn ich den Kassenbon-Anbieter wechsle?

Bei guter Umsetzung ist der Übergang reibungslos. Der „Erst angleichen, dann erweitern“-Ansatz stellt sicher, dass Kunden am ersten Tag denselben Bon-Ablauf erleben. Neue Funktionen werden schrittweise aktiviert, nachdem das System stabil läuft. Die einzige sichtbare Veränderung sollte eine Verbesserung sein, keine Unterbrechung.

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